Beitrag vom 12.01.2012
VHS: Aktiver Part in der Celler Bildungslandschaft
Neues Programm 1/2012 vorgestellt
CELLE. „Wie kriegt man alle Institutionen von der Krippe bis Senioren - außerschulische Jugendbildung, Stadtbibliothek, Museen zu einer gescheiten Bildungslandschaft zusammen?“ fasst Liliane Steinke, Leiterin der VHS Celle, die Aufgabenstellung zusammen. Eine Antwort ist das aktuelle Programm, das auf wichtige Bildungsanforderungen eingeht, z. B. die Anstrengungen um die Alphabetisierung und - folgend dem Trend der Zeit: Webinare.
Als „Pulverfass“ bezeichnete Birgit Schwier-Fuchs, zuständig bei der VHS für Integrationskurse, Deutsch, Alphabetisierung und Interkulturelle Bildung, den "funktionellen Analphabetismus. Die „Level-One-Studie“ der Uni Hamburg ermittelte für Deutschland unter allen Erwerbstätigen einen Anteil von 14,7 % Analphabeten. Es gebe zwar kein Melderegister und keine Erfassung der betroffenen Personen, laut Studie kommen sie aber aus allen Gesellschaftsschichten. Bei jeglicher Berufstätigkeit nehme die Anforderung lesen und schreiben zu können zu. Es seien nun vermehrte Anstrengungen erforderlich, um diese Personengruppe in die Kurse zu holen. Gefordert sind Familienangehörige und Arbeitgeber; auch eine Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und der Sozialberatung müsse dafür gesucht werden, um die betroffene Personengruppe zu ermuntern. Im VHS-Programm ist auf Seite 45 ein Kurs CE6101 Lesen und Schreiben lernen vorgesehen.
Markus Fink, zuständig für EDV, Kaufmännisches und Bildung auf Bestellung, zudem ist er Qualtiätsbeauftragter, wies auf einen neuen Lehrgang in der Aufstiegsfortbildung zum Meister hin. Während die zwei notwendigen fachgebundenen Teile nicht in Celle angeboten werden, war bislang Teil 4 zur Ausbildereignungsprüfung bereits im Programm. Neu hinzu gekommen ist Teil 3 mit kaufmännischen Inhalten. 240 Unterrichtseinheiten in 9 Monaten zielen auf die Prüfung vor der Handwerkskammer. Weiterhin hat sich Markus Fink für die Aufnahme von Webinaren stark gemacht: VHS-Kurse im virtuellen Klassenzimmer, also Seminare zu Hause oder anderswo über Internet. Live sind die Teilnehmer miteinander verbunden und können sich über Mikrofon und Kopfhörer miteinander verständigen. Als erstes werden in den Webinaren Kurse für EDV-Anwendungen angeboten.
Tessa Twele, mit Gesundheitsthemen und Pädagogik befasst, stellte Kurse der „Jungen VHS“ vor, in denen Familien angesprochen sind, Erwachsene mit Kindern, Großeltern mit Enkeln werden gemeinsam gefordert. Da geht es um Geocaching oder sogar um den Computer. Oma oder Opa sollen mit dem Enkelkind erste EDV-Erfahrungen sammeln. Für Kinder ab 5 gibt es sogar einen Spanischkurs. In einem anderen Kurs gibt es Antworten auf die Frage, welches Haustier ideal für die Familie ist. Im Rahmen der Gesundheitsthemen macht Tessa Twele auf den Kurs „Blütezeit statt Ruhestand“ aufmerksam, der sich an Rentner oder an Rentner in spe richtet. „Die bewegte Mittagspause“ ist ein weiteres Thema, das die Berufstätigen animieren soll, sich in der Mittagspause zu entspannen, um für die zweite Tageshälfte Energie zu tanken.
Die Schwerpunkte für den Bereich Reisen, Kultur und Sprachen stelle Karlheinz Rehling vor. „Das ist ein ganz gefragter Bereich,“ stellte er fest. Obwohl bereits 350 Anmeldung vorliegen, gebe es noch freie Kapazitäten, z. B. für Opern und Konzerte. Eine große Nachfrage sei zu verzeichnen, so Rehling, bei den Ballettaufführungen. Zur Vorbereitung auf diese Veranstaltungen findet im Vorfeld ein Einführungsabend statt. Potentielle Teilnehmer sind aufgerufen, sich um die freien Plätze zu bemühen.
Liliane Steinke hat noch eine Neuheit anzukündigen: Die Sommer-VHS. Die Wenigsten sind ja sechs Wochen auf Urlaubsreise. Deshalb bietet die VHS - thematisch quer durch die Programmpalette - Kurse in der Zeit vom 18. bis 31. August an, gedacht für alle Daheimgebliebenen, Frührückkehrer, vor allem für alle Altersstufen.
19.000 bis 20.000 Unterrichtsstunden sind mit dem neuen Programm geplant. Los geht’s Anfang Februar und in Kürze werden die Programmhefte in der Innenstadt verteilt.
Die VHS Celle wurde wieder mit dem Qualtitätssiegel der lernorientierten Qualtitätstestierung in der Weiterbildung (LQW) durch das externe Institut ArtSet ausgezeichnet. „Motivation genug, um für Sie weiterhin als größter, kommunal tätiger Bildungsträger Lernort, Forum und kultureller Treffpunkt zu sein,“ sagt Liliane Steinke dazu in der Einleitung im Programmheft.
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Redaktion
Celler Presse