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Beitrag vom 25.01.2012

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Schulstruktur - OB: „Es wird nichts bleiben wie es ist“

Kompromiss vom Verwaltungsausschuss abgesegnet


CELLE. Ungeachtet der heftigen Proteste gegen die Einführung der IGS im Stadtgebiet Celle hat nun auch der Verwaltungsausschuss mit 6 Ja- gegen 4 Nein-Stimmen den zwischen Landrat Klaus Wiswe und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ausgehandelten Kompromiss gebilligt. In einer Demonstration hatten sich Schülerinnen und Schüler der für eine Umwandlung zur IGS vorgesehenen Gymnasien Ernestinum und Hölty massiv gegen die IGS-Pläne ausgesprochen.

Auch im Verwaltungsausschuss wurde das Thema nicht undiskutiert abgehakt. Kritik gab es in der Hinsicht, dass eine Entscheidung im Vorfeld mit den Eltern hätte stärker diskutiert werden sollen. Die Frage sei, wie man einen Kompromiss, den man aufgrund der Rechtslage zwischen dem Landkreis und der Stadt auszuhandeln hat, anders als geschehen, diskutieren kann. Die Stadt befinde sich in einer Situation, die durch einen Vertrag die Beteiligung auf der Verwaltungsebene ermögliche. Das werde auch bei künftigen Entscheidungen wahrgenommen. Das sei eine Rechtsposition, die von niemandem ernsthaft in Frage gestellt werden könne. Kritisiert wurde im VA weiterhin, dass die von der Umwandlung betroffenen Gymnasien nicht vorher informiert worden seien. Mende: „Ich bin davon überzeugt, dass der Kompromiss, wie er hier getroffen wurde, der richtige ist.“

Während die Einführung der Oberschulen mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 besiegelt ist, wird die Einführungen einer IGS von einer kreisweiten Elternbefragung abhängen. Allgemein erwartet wird ein Votum pro IGS. Die Entwicklung an den Standorten Heese und Burgstraße werde damit Veränderungen ab 2014 mit sich bringen. Bis dahin gebe es Gelegenheit die Entscheidung darzustellen. „Dass es in Celle keine Gesamtschule bisher gibt, ist ein Standortnachteil für die ganze Stadt,“ erläuterte der OB. Während die vier Gymnasien für einige das Argument für eine Ansiedlung in Celle waren, haben sich andere anders orientiert, weil die Gesamtschule fehlt. Man müsse auch berücksichtigen, dass über 150 Schülerinnen und Schüler aus dem Westkreis das Angebot der Gesamtschule in Schwarmstedt wahrnehmen.

Oberbürgermeister Mende: „Vor der Frage der Strukturveränderungen aufgrund der demografischen Entwicklung stehen alle vier Gymnasien. Es müssen sich alle vier Gymnasien auf den Weg machen und miteinander reden, wie sie sich künftig aufstellen wollen.“ Veränderungen werde es auch bei den jetzt auf den Weg gebrachten Oberschulen geben. Mende beklagte, dass es Anwürfe von ehemaligen Schülern gab nach dem Motto: „Nur wer auf dem Ernestinum war, ist ein guter Mensch.“ Mende: „Ich bin ein Befürworter von Elite, aber Elite definiert sich nicht darüber, dass man eine lange Tradition hat, sondern darüber, was man selbst an Leistung bringt.“

Um den Kompromiss durch den Rat zu bringen, habe Mende die Mehrheiten im Rat ausgelotet, um Entscheidungen nicht von Zufallsmehrheiten abhängig zu machen. Damit habe er sich dem Wunsch des Schulträgers beugen müssen, die Oberschulen sofort einzuführen. „Ich hätte gern das Thema für ein Jahr verschoben, damit man in aller Ruhe mit allen betroffenen Eltern und Schulen hätte reden können,“ so der Oberbürgermeister. „Diese Zeit ist mir nicht gegeben worden,“ beklagt Dirk-Ulrich Mende.

Redaktion
Celler Presse