Beitrag vom 09.01.2012
SVO-Konzession „in trockenen Tüchern“
Konzessionsvertrag heute im Celler Rathaus unterschrieben
CELLE. „Deutschland ist das Land mit dem niedrigsten Stromausfall weltweit,“ stellte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende fest. Und so wird es auch bleiben, zumindest für Celle; für die nächsten 20 Jahre ist die zuverlässige Versorgung durch die SVO sichergestellt. Nach anderthalb Jahren zähen Ringens um Konditionen und Unternehmensbeteiligungen ist nicht nur darunter ein Schlussstrich gezogen, sondern auch der Fortbestand der SVO am Ort ist gesichert worden.
SVO-Geschäftsführer Wolfgang Fragge sagte es so: „Als im Dezember 2011 im Celler Rat die Entscheidung für die SVO fiel, wurden im Unternehmen Gefühle und Erleichterung gezeigt.“ 300 Arbeitsplätze werden für den Raum Celler erhalten. Damit gebe es nun Sicherheit für die notwendigen Reinvestitionen in den nächsten zehn Jahren; allein zur Substanzerhaltung sei die Verdoppelung der Investitionen erforderlich. Die Konzession räume dem Netzbetreiber die Nutzung öffentlicher Wege für Leitungen hin zu den Verbrauchern ein. Neben den überregionalen Beteiligungen gebe es am Unternehmen nun auch regionale. Nach Erhöhung der Zustimmungsquote auf 90 % habe sich die Stadt einen Anteil von 13,9 % gesichert und liegt damit über der Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen.
Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende sprach von der Schaffung und Sicherung einer Patnerschaft für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Für die Energiewende gebe es nun ganz neue Anforderungen am Energiemarkt. Die Komplexität in der Energiebranche habe dramatisch zugenommen, deshalb gehe es darum, die Stabilität der Stromversorgung sicherzustellen. Als Miteigentümer an der SVO wolle die Stadt die Rolle für die Einflussnahme neu spielen. Mende räumte ein, dass auch schon zuvor im Aufsichtsrat Entscheidungen im Interesse der Stadt getroffen worden seien. Stadtkämmerin Susanne Schmitt erläuterte, dass die Konzessionsvergabe die SVO vor Ort gestärkt habe. Ein Vorteil sei, dass die Gewerbesteuer in Celle bleibe; bei Mitbewerbern sei das nicht sicher gewesen.
Die Unternehmensbeteiligung beschere der Stadt außerdem eine Einnahme von 950.000 €.
SVO-Geschäftsführer Ulrich Finke gab zu bedenken, dass mit der Vergabe eine Zerschlagung des Unternehmens vermieden wurde. Hinsichtlich erneuerbarer Energien, erläuterte Wolfgang Fragge, sei ein Ausbau der Netze unabdingbar. Über 50 % der Energie werde bereits durch Windenergie und Biogas dezentral erzeugt. Es gebe keine Einbahnstraße Kraftwerk - Steckdose, es sei ein Mehrstraßenbetrieb. Wenn auch im Preisvergleich die SVO nicht der preiswerteste Anbieter sei, so Fragge, so stehe aber die Zuverlässigkeit im Vordergrund. Wenn sogenannte Billiganbieter die Lieferung einstellten, stehe die SVO immer noch als Grundversorger für die Region bereit.
Den Konzessionsvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren mit einem Sonderkündigungsrecht nach 15 Jahren unterzeichneten SVO-Geschäftsführer Wolfgang Fragge und Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende und besiegelten den Ratsbeschluss vom 16. Dezember 2011.
Redaktion
Celler Presse