Beitrag vom 24.01.2012
Ratssitzungen bald live im Internet
Personalausschuss entschied sich für eine Testphase
CELLE. Oliver Müller von der Fraktion die Linke/BSG hatte den Antrag gestellt, den öffentlichen Teil der Ratssitzungen live im Internet zu übertragen. Wenn auch die Diskussion darum konträr verlief, kam am Ende wieder mal ein Kompromiss raus. Für ein Jahr ab sofort soll das nun getestet werden; das Celler Stadtfernsehen „TV Celle“ wird mit dem Projekt betraut.
Gleich zu Beginn hatte Ralf Busch von den Unabhängigen das Angehen abgelehnt. Die Stadt könne es sich nicht leisten. Für den Bürger bestehe ausreichend Transparenz „querbeet“. Viele andere Sachen habe man wegen fehlender Finanzen ablehnen müssen. Die Verwaltung hatte ermittelt, dass auf der Grundlage der zehn Ratssitzungen des vergangenen Jahres mit einer Kostenbelastung von 9.500 € zu rechnen sei.
Skepsis nicht nur aus finanziellen Gründen äußerte Hartmut Knigge (CDU). Da Ratssitzungen nur in geringem Umfang von der Öffentlichkeit besucht werden, könne es sein, dass sie durch die Übertragung noch weniger besucht werden. Hinsichtlich der Kosten meinte Knigge, dass das an der Übertragung interessierte Unternehmen das auf eigene Kosten machen könne.
Torsten Schoeps (WG) bezeichnete das Vorhaben als guten Auftrag für die Zukunft, im Moment sei man aber noch nicht soweit. Dann aber brach Joachim Falkenhagen (FDP) eine Lanze für die Liveübertragung. Die Frage sei lediglich, ob sich jemand dafür interessiert. Das müsse zuerst geklärt werden, bevor Geld ausgegeben wird. Deshalb sollte man die Übertragung zunächst als Test einführen. Dann sprach sich auch Jens Rejmann (SPD) für eine Testphase aus. Schließlich könne man damit mehr Transparenz in der Öffentlichkeit herstellen.
Von der Verwaltung vorgeschlagen wurde eine Eigenlösung, für die eine Hardwareausstattung von 2.000 € ermittelt wurde. Hinzu gerechnet müssten dann noch die laufenden Kosten für Personal, die Kosten für den Streaming Anbieter und für Schulungen. Für eine Fremdlösung wurden die Preise von drei Anbietern eingeholt. Ein Unternehmen hatte die Kosten je Sitzung mit 1.200 bis 1.400 € veranschlagt, ein Unternehmen aus Erfurt mit 800 €. TV Celle jedoch würde 150 € einmalig zuzüglich 80 € je Sitzung berechnen.
Die deutlichen Unterschiede in den Preisen lassen sich aus Sicht der Verwaltung u.a. mit der unterschiedlichen technischen Ausrüstung und mit der Qualität des Live-Streams erklären. Aufgrund der nun getroffenen Entscheidung für einen Einjahrestest müssen nun noch weitere Details geklärt werden. Befürwortet wurde, dass die Übertragung auch auf der Internetseite der Stadt Celle erfolgen muss.
Da es ab sofort losgehen soll, darf man auf den 9. Februar gespannt sein, dann ist die nächste Ratssitzung. Es geht u. a. um nichts Geringeres als um die Abstimmung zum Kompromiss zur Schulstruktur.
Redaktion
Celler Presse