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Landkreis CELLE. Lese-Experten ist ein Projekt zur Leseförderung, das die Bibliotheksgesellschaft Celle vom 13. Januar 2012 bis 13. Juni 2012 bereits zum vierten Mal nach 2006, 2008 und 2010 gemeinsam mit den öffentlichen Bibliotheken in Stadt und Landkreis Celle durchführt. Am heutigen Mittwoch war Auftakt im Kreistagssaal mit prominenten Gästen, u. a. Jan Philipp Reemtsma, Schirmherr der Lese-Experten 2012 und Kirsten Boie, Autorin der Lese-Experten 2012.
Es galt, Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen für das Lesen zu begeistern. Das dürfte mit dieser Auftaktveranstaltung gelungen sein. Da wurde den Jugendlichen ebenso eindringlich wie humorvoll das Lesen als unabdingbare Notwendigkeit vor Augen geführt. Jürgen Brandes, Vorsitzender der Bibliotheksgesellschaft Celle, appellierte an die Jugendlichen, in den nächsten fünf Monaten die Bibliotheken zu stürmen und sich der zur Auswahl stehenden und von der Bibliotheksgesellschaft zur Verfügung gestellten Bücher zu bedienen. In Anbetracht der Anwesenheit der Vertreter aus Bundes- und Kommunalpolitik und der Kommunalverwaltungen von Stadt und Landkreis, unterstrich Brandes: „Damit wird klar, wie wichtig das Lesen für euch ist.“ Und: „Lest euch in die bekannte und unbekannte Welt ein.“
Jan Philipp Reemtsma als Schirmherr und Sponsor über die Arno-Schmidt-Stiftung brach eine Lanze für das Buch: „Das Buch ist eine Form, die sich bewährt hat, und die wird es weiter geben.“ Aber wie das mit dem Computer ist, da sei er sich nicht so sicher. Seine Begeisterung für das Lesen machte Reemtsma an Erlebnissen in seiner Kindheit fest; dabei konnte er mit seiner Erzählweise die Zuhörer fesseln und ein ums andere Mal zum Lachen bringen. Als er z.B. erfuhr, dass Karl der Große nicht lesen konnte, er selbst aber es konnte, kam er zu der Erkenntnis, dass er besser sei als Karl der Große. Vor allem liebte er es, im Lexikon zu lesen. Beim Blättern im Lexikon erfahre man viele Dinge, bevor man auf den eigentlichen Suchbegriff stoße.
Landrat Klaus Wiswe appellierte auch an die Erwachsenen: „Vergessen Sie nicht das Vorlesen.“ Die nun 4. Lese-Experten-Veranstaltung sei mittlerweile eine gute Tradition und sicherlich nicht die letzte dieser Art. Mehrere tausend Jugendliche haben sich in der Vergangenheit beteiligt.
Die Autorin Kirsten Boie ist mit ihrem Buch Alhambra in dem Buchpaket vertreten, das die Schülerinnen und Schüler lesen und rezensieren können. Die Autorin gab bei der Auftaktveranstaltung eine Leseprobe zum Besten, die die Zuhörer - Kinder wie Erwachsene - amüsierte und in den Bann zog. Das Thema, in eine andere Zeit transferiert zu werden, ist ja bereits vielfach in Film und Literatur eingeflossen. Aber in Alhambra kollidieren Gegebenheiten von 1492 mit den Selbstverständlichkeiten der Gegenwart, ob es nun das Handy ist oder ein Beutel Ketchup. Wie der junge Schüler Boston, der diesen Zeitsprung unfreiwillig erlebt, sich aus der lebensgefährlichen Situation befreit, hat Kirsten Boie dann doch nicht verraten.
Und so können Schülerinnen und Schüler und sogar ganze Schulklassen zu Lese-Experten werden: Die Bibliotheken erhalten kostenlos ein oder mehrere Pakete mit 15 neuen Büchern, die von bekannten Erwachsenen-Jurys ausgewählt wurden. Die Kinder werden eingeladen, dieser Auswahl ihr eigenes Urteil entgegenzusetzen.
Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen können Lese-Experten werden, wenn sie mindestens 4 dieser 15 Bücher lesen und über 3 Bücher auf einem Formular ein Urteil abgegeben haben. Anmeldung (persönlich in einer Bibliothek) und Ausleihe sind kostenlos. In vielen Bibliotheken gibt es Experten-Treffen. Die besten Buchkritiken werden mit Buchpreisen ausgezeichnet und in der Zeitung veröffentlicht.
Als Abschluss des Projekts veranstaltet jede teilnehmende Bibliothek ein Fest für die Lese-Experten, die als Anerkennung kleine Geschenke und Urkunden bekommen. Wenn in einer Bibliothek mehr als 15 Experten teilnehmen, bekommt sie eine Autorenlesung oder eine Werkstatt (Theater, Buch etc.) geschenkt.
Jeder Lese-Experte wird belohnt mit kleinen Anerkennungsgeschenken und nach erfolgreichem Abschluss mit der „Kleinen Landeskunde: Die Lüneburger Heide und das Hannoversche Wendland“, hg. vom Lüneburgischen Landesverband 2010, sowie einer Urkunde und der Einladung zu einer Abschlussveranstaltung mit Autorenlesung.
Redaktion
Celler Presse
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