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CELLE. Sein Bild in der Geschichte schwankt zwischen dem Philosophen auf dem Königsthron und dem rücksichtlosen Feldherrn. Wie auch immer, er ist zweifelsohne der bedeutendste Herrscher seiner Zeit in Mitteleuropa. Er modernisierte den Staat. Gedanken- und Religionsfreiheit waren sein Prinzip. Aus Anlass des 300. Geburtstages werden in der Stadt seiner Vorfahren im Bomann-Museum bedeutende und sehr qualitätvolle Zeugnisse aus dem Leben von Friedrich dem Großen erstmals ausgestellt.
Die Geschichte des Preußenkönigs ist eng mit der Stadt Celle verbunden. Die Urgroßmutter Herzogin Eléonore d’Olbreuse (1639 - 1722) hat die Celler Gesellschaft geprägt, die Großmutter Sophie Dorothea (1666 - 1726) - bekannt als Prinzessin von Ahlden - hat zeitweise in Celle gelebt; deren Tochter Sophie Dorothea (1687 - 1757) war verheiratet mit dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und brachte am 24. Januar 1712 in Berlin Friedrich zur Welt, der von 1740 - 1786 als Friedrich II. König in Preußen war.
Trotz der welfischen Wurzeln kommt Friedrich II. oder der Große - noch liebevoller „der Alte Fritz“ - in der Stadt seiner Vorfahren zu kurz. Zum 300. Geburtstag jedoch am kommenden Dienstag ist dem Preußenkönig eine Ausstellung im Bomannmuseum gewidmet, die einen Hauch der historischen Bedeutung des Königs vermittelt. In einer Glasvitrine befinden sich einige Exponate, die eine sehr persönliche Note und somit eine enge Beziehung zum König haben.
Museumsdirektor Dr. Jochen Meiners und Professor Dr. Ralf Busch, ehemaliger Direktor des Hamburger Helms-Museums - Pendant zum Celler Bomann-Museum - stellten im Vorfeld des Geburtstages die Exponate vor. Zwei Glaspokale aus böhmischem Glas zeigen den Kronprinzen, einerseits als Porträt und im zweiten Pokal in Ganzfigur. Die Pokale gelten als Unikate, wobei gerade die Ganzfigur in dieser Form einmalig ist. Beide Pokale sind einem Künstler nicht zuzuordnen, lediglich bekannt ist, dass die Ganzfigur in Anlehnung an ein Porträt des Hofmalers Antoine Pesne um 1735 entstanden ist, nachdem Friedrich 1732 Chef des 15. Infanterie-Regiments geworden war; das wird durch die dargestellten Waffenembleme deutlich. Ralf Busch weiß es genau: „Das sind Pokal als Gebrauchsgegenstände, die aber in jener Zeit im 18. Jahrhundert beliebt waren als Ideenträger, als Illustration zu irgendwelchen Ereignissen. Das sind nicht Objekte, die man alltäglich zum Tranke benutzte, sondern die in Wirklichkeit im Buffet standen als Schaustücke, Kunstwerke, die man betrachten konnte.“ Busch wies darauf hin, dass es Darstellungen aus der Zeit des Kronprinzen nur wenige gibt, was durch den Vater-Sohn-Konflikt bedingt war. Es habe keinen Grund gegeben, den Sohn besonders hervorzuheben.
Eine Miniaturenmalerei auf Elfenbein aus dem Jahre 1760 zeigt Friedrich im fortgeschrittenen Alter. Auch hier war ein unbekannter Künstler am Werk. Dargestellt ist der König mit Brustpanzer und Uniform, anhaftend der Schwarze Adlerorden, die höchste preußische Auszeichnung - gestiftet vom König selbst. Ausgestellt sind weiterhin Postkarten aus Celle, auf denen u. a. das Celler Bronze-Denkmal abgebildet ist, das 1897 von der Nichte des Generals Schachtmeyer gestiftet wurde und im Casinopark im Wildgarten aufgestellt war. Diese Bronzestatue wurde allerdings ein Opfer des Ersten Weltkrieges. Als 1918 die polnischen Kriegsgefangenen freigelassen wurden, wurde das Denkmal von diesen fast völlig zerstört. Übrig blieb allein der in der Gesichtspartie eingeschlagene Kopf, den ein beherzter Bürger seinerzeit ins Museum rettete. Bis vor kurzem war der Kopf noch als Leihgabe im Garnisonmuseum ausgestellt. Dort passe er jedoch nicht unmittelbar hinein, so Busch, er stehe eher im stadtgeschichtlichen Kontext.
Die Ausstellung ist im Foyer des Bomann-Museums noch einige Monate zu sehen bis auch die Umbauarbeiten im Museum das Foyer erreichen.
Redaktion
Celler Presse
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