Beitrag vom 18.01.2012
Elektronik-Schrott: RBZ wird von Bergen nach Celle verlagert
Kooperation mit der Lebenshilfe sichergestellt
CELLE. 770.000 € sollen auf dem Gelände der Deponie in Altencelle investiert werden, um die Sammlung und Demontage des Elektronik-Schrotts zu optimieren. Bislang wird der Schrott aus dem Kreisgebiet zum Rückbauzentrum (RBZ) nach Bergen transportiert, und das Personal fährt dem Schrott hinterher. Da ohnehin die meisten Elektonikgeräte auf der Deponie Altencelle ankamen, wird noch 2012 das RBZ hier etabliert, so dass auch das Personal nur noch kurze Wege hat. Bei der Verbandsversammlung wurde das von Henry Mäurer, Geschäftsführer des Zweckverbandes, vorgelegte Konzept abgesegnet.
Bereits seit 1994 gibt es eine Kooperation mit der Lebenshilfe Celle und der Firma Hellmann Process Management. Die Zerlegung fand an wechselnden Standorten in Celle und Bergen statt. Bis zu 70 Personen der Lebenshilfe hatten dadurch Beschäftigung gefunden. Bei Inkraftteten des Elektro- und Elektronikgesetzes (ElektroG) im Jahre 2005 existierte bereits ein funktionierendes System, das den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Das Celler System habe schon Pioniercharakter in Niedersachsen gehabt, so Henry Mäurer. Insgesamt bedeute das Gesetz eine Bestandsgarantie für öffentliche Entsorgungsträger.
Die Hersteller von Elektrogeräten können zwar freiwillig individuelle oder kollektive Rücknahmesysteme für Altgeräte einrichten, die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger jedoch sind verpflichtet Altgeräte entgegenzunehmen. Hersteller und Vertreiber von Geräten sind lediglich gehalten, Container bei den kommunalen Annahmestellen zur Verfügung zu stellen. Statt der Weiterleitung des Schrotts an die Verwertungsstelle, nutzt der Zweckverband die gesetzliche Möglichkeit der Eigenvermarktung.
Grundlage für die Verlagerung des Rückbauzentrums nach Altencelle ist die Erhebung der zu transportierenden Schrottmengen. 43 % kommen aus dem Bereich Altencelle, 33 % aus Hambühren, 9 % aus Höfer und 15 % aus Hermannsburg. Es lag nahe, Planungen am Ort mit dem größten Aufkommen anzugehen. Geplant ist nun ein Neubau im Bereich der ehemaligen Umschlageinrichtung. Vorgesehen ist ein Bereich als feste Stahlkonstruktion mit 169 qm für die Vorsortierung. Daran schließt ein Bereich in mobiler Containerbauweise an, von dem 130 qm für die Behandlung des Elektronikschrotts dienen. Weitere 195 qm in den Containern werden als Sozialraum genutzt.
770.000 € werden in das ehrgeizige Projekt investiert. Die Kalkulation verspricht, dass sich die Investition selbst trägt. Dem Erlös aus der Vermarktung des Schrotts in Höhe von durchschnittlich 17.000 € und der Einsparung der Transportkosten von ca. 33.000 € stehen jährlich Investitionsfolgekosten in Höhe von ca. 50.000 € gegenüber. Darin sind Abschreibungen, Zinsen, Energie und Wasser enthalten. Wie Henry Mäurer erläuterte, liegen in der Maßnahme Chancen und Risiken. Verminderung der Transportwege, geringere Entfernungen für das Personal, Verbesserung der Annahmesituation in Altencelle und die Fortsetzung der Zusammenarbeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Behinderte stehen auf der Habenseite. Risiken liegen in möglichen Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und ein Einbruch der Verwertungserlöse.
Da die Verwertungserlöse in der Wirtschaftlichkeitsberechnung untergehen und nicht - wie bisher - ein Zubrot sind, steht das Projekt im Licht „einer Verpflichtung, sich für das Gemeinwesen zu engagieren.“ Landrat Klaus Wiswe als Verbandsvorsitzender dazu: „Wir stehen zu der Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe.“ Zu Beginn der Präsentation des Konzepts hatte Mäurer angekündigt: „Das ist nichts für Freunde schneller Entscheidungen.“ Dennoch gab es eine schnelle und einmütige Entscheidung für das Projekt.
Redaktion
Celler Presse