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Beitrag vom 23.01.2012

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Die Liberalen nehmen zum Thema Schulstruktur Stellung


CELLE. Das Thema Schulstruktur wird nach wie vor heiß diskutiert. Die Einigung zwischen und Stadt und Landkreis, die die Einführung einer IGS im Stadtgebiet ermöglicht, hat nicht bei allen Begeisterung ausgelöst. Von den Liberalen äußern sich Joachim Falkenhagen, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Celler Stadtrat, und Edmund Riggers, früherer Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag.

Hier ist die Erklärung des Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Celler Stadtrat, Joachim Falkenhagen, im Wortlaut:

„Die demographische Entwicklung und das Auswahlverhalten der Schülerinnen und Schüler müssen zur Einführung der Oberschule auch in der Stadt Celle führen, um weiterhin Bildung mit Qualität vermitteln zu können. Zugleich müssen wir die Einführung einer integrierten Gesamtschule ablehnen, nicht weil wir sie als schlechtere Schule bewerten, sondern weil wir Sorge vor den Auswirkungen auf das System der Gymnasien in Celle haben.

Sowohl die demographische Entwicklung wie auch die Einführung der Gesamtschule in Celle werden zur Vernichtung von zwei Gymnasien führen. Bereits die Einführung der Oberschulen mit gymnasialen Zweigen wird sich auf alle Celler Gymnasien auswirken. Die Celler Gymnasien haben bisher eine sehr gute Bildungsarbeit geleistet. Diese muss erhalten bleiben. Hierzu haben sowohl das Gymnasium Ernestinum wie auch das Hölty- Gymnasium mit ihren speziellen Angeboten erheblich beigetragen.

Die Bildungsarbeit einer Gesamtschule kann ebenfalls positiv sein. Es ist allerdings nicht garantiert, dass sie positiv sein wird. Bildungsarbeit hängt stets nicht von der Struktur sondern wesentlich von den handelnden Personen ab. Die seit Jahren andauernde Diskussion um die Struktur unseres Bildungssystems muss endlich beendet werden. Sie ist parteipolitisch motiviert und verunsichert Eltern und Lehrkräfte. Sie bindet Kräfte, die besser in die Qualität der Bildungsarbeit eingesetzt werden kann. Ich werde morgen an der Demonstration der Celler Gymnasien teilnehmen.“

Hier ist die Stellungnahme des früheren Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Kreistag, Edmund Riggers, ebenfalls im Wortlaut, obwohl im wesentlichen gleichlautend mit Falkenhagens Erklärung:
  1. Wir haben im Kreistag der Einführung der Oberschulen zugestimmt, weil wir den Schülern eine leistungsfähigere Schule, die Bildung mit Qualität vermitteln kann, erhalten wollen.
  2. Wir haben die Einführung einer integrierten Gesamtschule abgelehnt, nicht weil wir sie als schlechtere Schule bewerten, sondern weil wir Sorge vor den Auswirkungen auf das System der Gymnasien in Celle haben. Aus meiner Sicht werden die Wirkungen sowohl der demographischen Entwicklung wie auch der Einführung der Gesamtschule in Celle zwei Gymnasien vernichten. Bereits die Einführung der Oberschulen mit gymnasialen Zweig wird die Vielfalt des inhaltlichen Bildungangebots reduzieren.
  3. Die Celler Gymnasien haben bisher eine sehr gute Bildungsarbeit geleistet. Diese muss erhalten bleiben. Die Aufnahme der Schüler aus den Oberschulen mit gymnasialen Oberstufen durch das Gymnasium Ernestinum stellt für diese Schule bereits eine hohe Herausforderung dar, soll das humanistische Gymnasium erhalten bleiben. Vor der Wahl wurde auch seitens der CDU der Erhalt dieser Schule als ein Ziel dargestellt. Jetzt, kurz nach der Wahl; hat die CDU offenbar eine neue Sicht der Dinge. Deswegen ist es verständlich, dass sich Eltern, Schüler und die Lehrerschaft der Gymnasien Hölty und Ernestinum getäuscht fühlen.
  4. Die Bildungsarbeit einer Gesamtschule kann ebenfalls positiv sein. Es ist allerdings nicht garantiert, dass sie positiv sein wird. Bildungsarbeit hängt stets nicht von der Struktur sondern von den handelnden Personen ab.
  5. Die seit Jahren andauernde Diskussion um die Struktur unseres Bildungssystems muss endlich beendet werden. Sie verunsichert Eltern und Lehrkräfte und nimmt ihnen Kraft, die sie sinnvoller in die Qualität ihrer Bildungsarbeit einsetzen könnten. Edmund Riggers“

Redaktion
Celler Presse